Geladener Realisierungswettbewerb, Bregenz, 2024
Auftraggeber: Landeshauptstadt Bregenz
Team transparadiso:
Lukas Anzeletti, Matthias Schatajew, Florencia Camara, Hannah Mucha
Freiraumplanung: Land in Sicht / Thomas Proksch
Statik: Statik: Helt Ziviltechniker GmbH
Das Projekt verfolgt das Ziel, ein zeitgemäßes Kinderhaus behutsam in die kleinteilige und historisch geprägte Struktur des Quartiers einzubetten. Durch ein pavillonartiges Konzept mit drei eigenständigen „Häusern“, die über einen gemeinsamen Sockel verbunden sind, entsteht ein Ensemble mit überschaubarer Maßstäblichkeit, das Kindern Orientierung, Geborgenheit und Identifikation bietet. Das städtebauliche Konzept reagiert sensibel auf die kleinteilige und historisch geprägte Umgebung des Quartiers, erhält prägende Altbäume und stärkt die Verbindung zwischen Architektur, Freiraum und Umgebung.
Städtebauliche Aspekte
Die Baukörper orientieren sich in ihrer Maßstäblichkeit und Setzung am Kontext und beziehen prägende Bestandsbauten wie das Weinschlössle in die Gesamtkomposition ein. Durch die Aufteilung in drei pavillonartige Häuser wird das Bauvolumen gegliedert und harmonisch in den Kontext eingebettet.
Eine leichte Verdrehung der Baukörper schafft räumliche Spannung und stärkt gleichzeitig den Zusammenhalt des Ensembles. Verbindende Elemente wie das gemeinsame Sockelgeschoß und der barrierefreie Steg ermöglichen eine klare funktionale Vernetzung innerhalb der Anlage.
Architektur
Das architektonische Konzept basiert auf einer kindgerechten Kleinmaßstäblichkeit und verbindet klare, schlichte Bauformen mit einer warmen, natürlichen Materialität. Holz prägt das Erscheinungsbild sowohl konstruktiv als auch im Innenausbau und schafft gemeinsam mit differenzierten Holzschindelfassaden, großen Fensteröffnungen und natürlichen Lichtverhältnissen eine freundliche und identitätsstiftende Atmosphäre. Die Fassaden sind funktional und zurückhaltend gestaltet, während subtile Farbnuancen die Orientierung und Wahrnehmung unterstützen.
Konstruktiv ist das Kinderhaus als hybride Holz-Beton-Struktur konzipiert: Ein massiver Sockel aus Sichtbeton bildet die robuste Basis, auf der die pavillonartigen Holzbauten aufsetzen.
Freiraum
Das Freiraumkonzept verfolgt eine qualitätsvolle Nutzung der begrenzten Außenflächen. Durch flächensparende Wegeführungen, die kompakte Organisation der Stellplätze sowie die Einbindung von Dachflächen als zusätzliche Aufenthaltsbereiche entstehen großzügige, zusammenhängende Wiesen- und Spielbereiche. Die Erschließung wird durch klar positionierte Zugänge und einen freigehaltenen zentralen Freiraum unterstützt.
Die Freiraumgestaltung orientiert sich an der bestehenden Landschaftsstruktur und ermöglicht den Erhalt prägender Altbäume. Naturnahe Wiesenflächen, Strauchpflanzungen und essbare Naschhecken schaffen eine spielbare Gartenlandschaft mit hoher Aufenthaltsqualität. Unterschiedliche Spiel- und Aufenthaltsbereiche fördern die kindliche Wahrnehmung und Aneignung des Außenraums, während Terrassen, Gartenbereiche und gemeinschaftliche Nutzungen wie Gärtnern zusätzliche soziale und pädagogische Qualitäten bieten.
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